NTE
S★★★★★Nature#1075

Iroi

“Säuglingstraum”

ÜberlebenHeilungSCH-Schub

Auch wenn sie auf den ersten Blick etwas schüchtern wirkt, ist sie die verlässlichste Führungskraft der Bank der rosa Pfötchen.

KP15.790
ANG521
VER834
Iroi
Wohnort
Büro für Anomaliekontrolle, EAE-2
Geburtstag
21. Dezember
Freischaltung (Abenteurer-Level)
4
Max. Erwachen
6

Maximale Werte

Werte auf Stufe 80 mit vollem Aufstieg

KP

15.790

ANG

521

VER

834

Dossier

Info

„Hat Iroi sich schon wieder krankgemeldet? Ihr bezahlter Urlaub und ihre Krankheitstage sind doch schon ewig aufgebraucht. Kommt mir so vor, als würde man ihr längst was vom Gehalt abziehen.“ „Um ihr Gehalt scheint sie sich gar nicht zu scheren… Sie hat mal gesagt, es würde sie nicht stören, fürs Arbeiten sogar noch zu zahlen. Das klang nicht mal wie ein Witz.“ „Das ist ja irgendwie rührend. Sie arbeitet ziemlich hart. Ich wusste gar nicht, dass sie nur arbeitet, um mal was von der Welt zu sehen…“ Iroi war seit ihrer Kindheit kränklich. Reguläre Schulen konnte sie nicht besuchen. Zum Glück war ihre Familie wohlhabend, sodass sie durchgehend Privatunterricht erhielt und schließlich einen Bildungsstand erreichte, der einem allgemeinen Hochschulstudium entsprach. Nach Abschluss ihrer Ausbildung wollten ihre Eltern, dass sie ihren Platz in der Gesellschaft findet, doch ihr Gesundheitszustand hielt den Anforderungen eines gewöhnlichen Jobs nicht stand. Iroi wollte in einer sozialen Einrichtung arbeiten, also schickten ihre Eltern sie als Freiwillige zu Sunward, einem Anomalie-Wohltätigkeitshaus, wo sie auch bei den einfacheren Aufgaben der Aufnahme von Anomalien half. Irois heutige Persönlichkeit ist stark von der Atmosphäre des Wohltätigkeitshauses geprägt. Bevor sie dorthin ging, hatte sie kaum Kontakt zu anderen. Ihr Privatlehrer und ihr Butler waren kalt und steif, stets übervorsichtig, während ihre Eltern sie zu sehr verhätschelten. Iroi verstand, dass nicht alle Menschen so waren wie sie, also entschied sie sich instinktiv dafür, sich unter „die anderen“ zu mischen. Das Leben auf der Insel war alles andere als leicht. Vieles war deutlich härter als zu Hause. Trotzdem mochte Iroi diese Umgebung sehr viel lieber, weil sie sich dort lebendiger fühlte. Beim Jiejie-Bär-Vorfall im Wohltätigkeitshaus leistete die Freiwillige Iroi dem Büro beträchtliche Hilfe, und die Mitarbeitenden des Büros wurden auf dieses talentierte Esper aufmerksam. Gleichzeitig fühlte Iroi sich von der Arbeit des Büros angezogen. Man einigte sich, und Iroi trat dem Büro für Anomaliekontrolle bei. Aufgrund ihrer ausgeprägten Kontrolle über ihre Kräfte wurde sie für EAE-2 empfohlen. Das Leben geht einfach weiter.

Ungebrochener Traum

Für die meisten Menschen sind Träume instabil und flüchtig. Irois Esper-Fähigkeit stabilisiert Träume und macht sie zu etwas Beständigem, das durch äußere Einflüsse nicht vergeht. Iroi kann ihre Träume in das Bewusstsein anderer Lebewesen senden. Die Zahl der Wesen, die sie gleichzeitig beeinflussen kann, variiert je nach geistiger Stärke der Ziele. Ist die mentale Stärke eines Ziels zu hoch, kann sie womöglich gar nicht eindringen. Auf Wesen ohne Empfindungsvermögen kann sie ebenfalls keinen Einfluss nehmen. Am Eingang zu Irois Traumwelt befinden sich zwei Tore: das Gehörnte Tor und das Elfenbeintor. Bei Bedarf verbirgt sie manchmal eines davon. Wer das Elfenbeintor betritt, ist gezwungen, einen langen, bizarren Traum zu durchleben, in dem Kreaturen einander bekämpfen und verschlingen. Niemand weiß, warum das so ist. Wer das Gehörnte Tor betritt, gelangt in Irois wahre Traumwelt und kann einen schönen Traum erleben. Die wahre Iroi versteckt sich irgendwo in einer Ecke jener Welt. Anders gesagt: Die „Iroi“, die man von außen sieht, ist nicht ihr wahres Selbst. Die Iroi, die die Leute sehen, ist nichts weiter als eine von ihren Kräften erschaffene Illusion. Die äußere Iroi ist, nachdem sie die ursprüngliche übernommen hat, im Grunde ein nichtmenschliches Bewusstsein, das Menschen nachahmt. Keine Angst. Die äußere Iroi gibt sich seit etwa zwanzig Jahren als Mensch aus. Sie unterscheidet sich nicht allzu sehr von einem echten Menschen. Sie beißt nicht. Kein Grund zur Panik.

In EAE-2

Im Büro für Anomaliekontrolle und im Wohltätigkeitshaus herrschte eine völlig andere Atmosphäre. Trotzdem gewöhnte sich Iroi an das andere Tempo und verstand sich gut mit ihren neuen Teamkameradinnen Mint und Shinku. Da Shinkus Kräfte sie in Raserei versetzen konnten, konnte Iroi sie in der Traumwelt mit ihren eigenen Kräften beruhigen. Deshalb betrat Shinku häufig Irois Traumwelt, und die beiden kamen gut miteinander aus. Nach einem bestimmten Einsatz änderte sich das jedoch. Shinkus Haltung Iroi gegenüber verschlechterte sich deutlich und grenzte beinahe an Feindseligkeit. Iroi wusste nicht, was diesen Wandel ausgelöst hatte, aber sie reagierte mit derselben Haltung. Mit der Freundschaft zwischen den beiden war es vorbei. Mint bemerkte die seltsame Spannung zwischen ihnen. Nachdem sie zwischen den Einsätzen ein wenig nachgehakt hatte, fand sie schließlich den Grund heraus. Shinku hatte in der Traumwelt „die andere Iroi“ gesehen. Sie glaubte fälschlicherweise, die äußere Iroi habe die echte verdrängt, und aus Abscheu über das, was ihrer Meinung nach geschehen war, hegte sie Groll gegen die äußere Iroi. Danach setzte Mint alles daran, Shinku und Iroi dazu zu bringen, das Missverständnis aus der Welt zu schaffen. Als Shinku die Wahrheit über die Iroi in der Traumwelt erfuhr, begriff sie, dass sie sich geirrt hatte, und entschuldigte sich bei Iroi. „Du hast dieses bemitleidenswerte Wesen in einem Traum gesehen und gleich alles hingeworfen, um für sie einzustehen – was für eine hitzköpfige Drachin, die nicht erst nachdenkt!“ „Argh, warum bist du immer noch so gemein, obwohl ich mich entschuldigt habe? Du… Ramtenna!“ „So, Problem gelöst! Jetzt versteht euch einfach weiter so gut!“ So kam Mint zu einer üppigen Mahlzeit, spendiert von Shinku und Iroi.

Schlafen

Irois Kräfte erschaffen für sie einen stabilen Traum, doch ein Traum braucht jemanden, der ihn träumt, und das ist die wahre Iroi in ihrem Inneren. Die von ihren Kräften erschaffenen Träume gehören ihr. Die wahre Iroi bleibt immer in der Traumwelt, träumt unaufhörlich und schläft deshalb auch ununterbrochen. Die äußere Iroi muss sich nicht ausruhen. Theoretisch könnte sie für immer wach bleiben. Allerdings brauchen Menschen Schlaf, also geht sie trotzdem pünktlich ins Bett, zieht die Decke über sich und schließt die Augen wie alle anderen. Sie schläft nicht ein, aber sie genießt das behagliche Gefühl, in weiche, flauschige Decken eingekuschelt zu sein.

Drei Lämmchen

Anfangs war Irois Traumwelt nur ein verschwommenes, chaotisches Durcheinander. Als sie älter wurde und mehr von der Welt erlebte, begannen drei kleine Lämmer – Morpheus, Icelos und Phantasos – ihre Traumwelt mit Farbe und Leben zu füllen. Die drei arbeiteten zusammen. Morpheus erschuf Passanten, Icelos erschuf Vögel und Tiere, und Phantasos erschuf Landschaften, die nicht auf Lebewesen basierten. Durch ihr gemeinsames Wirken wurde Irois Traumwelt zu einer kleinen Welt, die es mit der Wirklichkeit selbst aufnehmen konnte. Was den Zeitpunkt betrifft, an dem die drei zum ersten Mal auftauchten, erinnert sich keine der beiden Iroi mehr genau – erschienen sie, als ihre Kräfte erwachten? Die wahre Iroi behauptet, sie schon seit dem Moment ihrer Geburt gesehen zu haben. Morpheus gibt gern den Coolen und nennt sich selbst den Boss, aber meistens ist er derjenige, der aufgezogen wird. Icelos ist niedlich und schüchtern, hat aber auch eine kleine freche Ader. Phantasos ist ein totaler Schussel und fliegt ständig ziellos umher, während er auf einer kleinen Trompete trötet. Für die junge Iroi, die so viel Zeit allein in Krankenhäusern und zu Hause verbrachte, waren sie ihre besten Freunde. „Iroi hat jetzt neue Freunde. Ist es Zeit für uns zu gehen?“ „Auf keinen Fall, ich will sie nicht verlassen!“ „Sie ist da… wir sind da… dürfen uns nicht trennen…“

Preis

Irois Gesundheit war schon seit ihrer Geburt Anlass zu ernster Sorge. Erst als ihre Esper-Fähigkeiten im Alter von einem Jahr erwachten, begann sich ihr Zustand zu bessern. Selbst jetzt trägt sie vorsichtshalber noch ein Gerät zur Überwachung ihrer Vitalfunktionen. Die wahre Iroi allerdings will nicht leben. Trotzdem waren ihre Eltern fest entschlossen, sie zu retten. Ganz gleich, wie viel Geld es kostete, sie schickten sie von einer Operation in die nächste und weigerten sich, sie aufzugeben. Denn als Iroi im Mutterleib erwachte, noch im Fruchtwasser treibend, wusste sie bereits, dass sie nicht geboren werden wollte. Irois Kräfte hielten sie am Leben. Sie formten in ihr ein neues Bewusstsein – eines, das die Iroi ersetzte, die nie leben wollte – und hielten sie weiter am Leben. Ihre Esper-Fähigkeiten haben sie vielleicht gerettet, indem sie sie am Leben hielten, doch in Wahrheit fordern sie ihr schon die ganze Zeit einen Preis ab. Der Preis ihrer Kräfte ist, zu leben. Keine der beiden Iroi glaubt, dass sie hätte geboren werden sollen. Beide halten sich für etwas, das von der natürlichen Auslese hätte ausgemerzt werden sollen. Doch – „Du lebst. Das allein beweist bereits, dass du nicht hättest ausgemerzt werden sollen. Ist das wirklich so schwer zu begreifen? In dieser Welt gibt es kein ‚So sollte es sein‘. Was bereits geschehen ist, lässt sich nicht ändern. Die Tatsache, dass du lebst, trägt mehr Wahrheit in sich als jede Theorie, oder nicht?“

Erster Traum

Was macht einen Menschen zum Menschen? Bevor sie aufwachte, hatte Iroi einen langen, seltsamen Traum. Er begann in der pechschwarzen Tiefe des Meeres, stieg langsam empor, setzte dann Fuß an Land und rannte wie besessen durch einen kahlen Dschungel, nur um nicht gefressen zu werden. Man sagt, jeder hat im Mutterleib einen solchen Traum. Man sieht sich selbst aus dem Wasser an Land kriechen, sich langsam zu einem Menschen entwickeln und schließlich ganz natürlich aufwachen, genau in dem Moment, in dem man geboren wird. Doch in diesem Traum wurde Iroi nicht als Primat geboren. Stattdessen schlug sie einen anderen evolutionären Pfad ein und wurde Teil der Caprinae. Das hätte nie geschehen dürfen, und ihre menschliche Natur zwang sie, aus diesem Traum zu erwachen. So wachte sie viel zu früh im Leib ihrer Mutter auf. Föten wachen auf, aber bei Iroi war es anders. Sie erwachte bei vollem Bewusstsein. Sie tastete um sich, spürte die Wärme um sich herum und nahm hin und wieder einen schwachen Lichtschein wahr. Es war dunkel, warm, angenehm, und ein Puls schlug im Takt mit ihrem eigenen. Also war das die „Welt“, so fühlte es sich an, „lebendig“ zu sein. Als sich ihre Welt öffnete, wurde sie aus ihr herausgerissen. Nach dem Leben im Mutterleib war die wirkliche Welt von Licht und leerem Raum überflutet. Sie war furchteinflößend. Ihr Geist wurde erschüttert, und sie wollte nicht länger leben. Daraufhin verlor Iroi das Bewusstsein, und ihr Körper stellte seine Funktionen ein. So begannen ihre Krankheiten. Anfangs wusste die von ihren Kräften erschaffene Iroi nur, dass sie leben musste. Wenn sie Hunger hatte oder Schmerzen litt, äußerte sie ihre Bedürfnisse, um Aufmerksamkeit zu erregen. Dann bemerkte sie, dass Menschen die verschiedensten Laute von sich gaben, um ihre Gedanken auszudrücken. Langsam begann sie, diese Laute zu verstehen, dann versuchte sie, sie selbst hervorzubringen – und so lernte sie sprechen. Etwas nur laut auszusprechen reicht nicht immer, damit andere es glauben, also lernte sie die passenden Gesichtsausdrücke. Zu wissen, was man sagen muss, zu wem und in welchem Zusammenhang, auch das musste sie sich nach und nach aneignen… Wenn sie so aufgewachsen ist, worin genau unterscheidet sie sich dann von einem echten Menschen? —Menschen stellen sich normalerweise nicht die Frage, ob sie Menschen sind oder nicht. Sie schon. Das ist alles.