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Eines der Mitglieder des TVA-4 des Büros für Anomaliekontrolle war früher eine Kriminelle.
Was für ein Verbrechen sie wohl auf die legendäre Insel Ghroth gebracht hat … nichts allzu Schlimmes, nur eine kleine, harmlose Geste, nach der ein paar Leute für immer eingeschlafen sind.
„Endlose Wiedergeburt und Reinkarnation, und am Ende bleibt nur das Nichts des Schwarzen Lochs.“
Sie wickelte sich eine Haarsträhne um den Finger und lächelte mit funkelnden Augen.
„Ich habe ihnen nur ihren Wunsch erfüllt und diese Partygänger in das Paradies gebracht, von dem sie ihr ganzes Leben lang geträumt haben.“
Als begnadigte Gefangene wird sie im Kommando 4 wie jede andere behandelt, ohne Unterschied.
Abgesehen von diesem hundsgesichtigen Kerl, der äußerlich ruhig wirkt, aber misstrauische Augen hat. Vielleicht, weil sie vor ein paar Monaten noch Justizbegleiter und gesuchte Verbrecherin waren?
Im Großen und Ganzen findet sie ihren neuen Job allerdings ziemlich gut. Kämpfen, bis sie zufrieden ist, die Gefahr ihren Geist elektrisieren lassen, den Schmerz ihren Körper erzittern lassen … Gewalt ist ein Luxusprodukt des Lebens im Überfluss. Wie könnte man nicht süchtig werden, auf ihren Geschmack zu kommen?
Sie weiß nicht, warum diese seltsame Frau sie von der Insel geholt hat, aber was soll's. Sie hatte ja ohnehin keinen anderen Ort, an den sie gehen konnte. Der Platz, an dem sie einst kniete und inbrünstig betete, dem sie ihren Glauben anvertraute, ist längst versiegelt. Jeder, der dieses verwüstete Ödland sieht, würde laut loslachen! Nur ein Paar vertrauter silberner Augen ruht noch immer auf ihr, barmherzig, großzügig, voller Begehren … sie kann es spüren.
„Mach ordentlich Rabatz, Fadia. Du wirst schon irgendetwas Interessantes finden.“
Ein Blender, ein Köter und ein Gör?
Fadia verengte die Augen.
Na dann … suchen wir eben dieses „Irgendetwas Interessantes“.
Lirnia
Fadia Lirnia war die einzige Tochter einer Politikerfamilie, ein frühreifes, reiches Mädchen und ein Vogel im goldenen Käfig.
Von Geburt an lernte sie unter den wachsamen Augen aller, ihre Wünsche zu verbergen.
Bis ihre Eltern, Familie und alles in dieser unbewussten Raserei zerstört wurden … Von da an war sie nicht länger eine Lirnia, und das musste sie auch nicht mehr sein.
Also gab sie sich einen neuen Namen: Fadia TV. Tod und Verlangen.
Gewundener Pfad
Endlose Wiedergeburt und Reinkarnation, die alle zum Schwarzen Loch der Nichtigkeit führen.
Das Leben folgt einem spiralförmigen Weg, perfekt ausbalanciert, Ring für Ring nach innen kreisend, bis es schließlich … das Paradies der alten Götter erreicht?
Pst. Gutes Kind, denk nicht zu viel darüber nach.
Schmerzsucht
Fadia brachte sich selbst bei, mit Schmerz genauso leicht umzugehen wie mit diesen geld- und machtbesessenen Narren.
Sie kratzt sich und verteilt dann den Schmerz in ihrem ganzen Körper, auf der Suche nach einer Art Gleichgewicht … der genau richtig kontrollierten Kraft. Darin fand sie eine süchtig machende Ruhe.
Die meisten Menschen haben nicht die Fähigkeit, emotional eine Verbindung aufzubauen, und stürzen sich in andere Dinge, auf die sie sich leicht konzentrieren können und von denen sie süchtig werden. Extremer Schmerz und Vergnügen wechseln sich ab … das ist das Geheimnis, das es unmöglich macht, aufzuhören.
Sie hat Mitleid mit diesen Menschen, genauso wie sie Mitleid mit sich selbst hat.
„Arme Kinder, Begierde ist das Einzige, worauf sie sich verlassen können. Nur zu, lasst es raus, weint, versinkt. Nehmt euch, was ihr begehrt, wie Babys, die nach der Milch ihrer Mutter verlangen.“
Verlangen
Das Überleben des Menschen ist immer von Gegensätzen geprägt, zum Beispiel: Tabu und Übertretung, Fortpflanzung und Tod, Mord und Opfer, Heilig und Profan
In dieser chaotischen, vulgären, materialistischen Welt akzeptiert nur die Lust alles an den Menschen. Sie umarmt all ihre selbstlosen, hässlichen, dummen, fröhlichen Gesichter.
Nimm ihre Hand, umarme sie.
Spüre, welche dankbare Hingabe sich hinter dieser bedeutungslosen, stolzen Fassade verbirgt.
Spüre, wie sich das endlose, juckende Verlangen in dieser Hingabe windet.
Rotkehlchen
Ein Rotkehlchen starrt schweigend in die Ferne.
Das zwölfjährige Mädchen war fasziniert von den orange-roten Federn auf der Brust des Vogels, folgte der Weggabelung und kam zum ersten Mal von ihrem ursprünglichen Kurs ab.
Später sah sie es wieder in ihrem schmerzhaften, verschwommenen Bewusstsein.
Sie kämpfte und streckte sich mit solcher Mühe nach vorn …
Wenn sie nur eine einzige Federspitze berühren könnte …
Ein Rotkehlchen starrt still in die Ferne.