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Captain der TVA-4 des Büros für Anomaliekontrolle. Baicang – sorglos, respektlos, unverblümt, ein Meister darin, sich vor der Arbeit zu drücken, und dazu noch ein Unruhestifter.
In einem geheimen, internen Bagel-Forum des Büros entbrennt eine hitzige Diskussion: „Wer ist der am wenigsten captainartige Captain der TVA?“
„Geht das nur mir so, oder hat Captain Baicang von Kommando 4 einen verdrehten Sinn für Humor???“
„Das kannst du laut sagen. Jede Nacht schlafe ich mit dem Gedanken, dass er mir auf der Arbeit Streiche spielt. Du hast ja keine Ahnung, wie sehr mich diese Gedanken beschäftigen.“
„Geht mir auch so. Und wenn du ihn darauf ansprichst, lächelt er dich einfach nur an … uff, das macht mich nur noch wütender.“
…
Es ist schon lustig.
Ohne jegliche Reue hinsichtlich seiner Spielchen stürzt sich Baicang darauf, jeden Kommentar in aller Seelenruhe zu liken und zu speichern.
Die Gerüchte über den Captain von Kommando 4 sind vielfältig.
Zum Beispiel: „Achtung vor diesem silberweißen Zopf, er ist das Banner des Schnitters.“ „Er versteckt sich gerne hinter seinen Teammitgliedern und gibt sich schwach, in Wirklichkeit analysiert er aber die Schwächen des Gegners und findet Gegenmaßnahmen.“ „Er ist verlässlich, wenn es zählt, sehr fähig und missbraucht seine Macht nicht.“ „Er mag alle Nudeln, besonders die aus Italien, beim Kochen bricht er sie aber durch, bevor er sie ins Wasser gibt (einfach nur geschmacklos).“ All diese Gerüchte sind wahr, mit Liebe von den Teammitgliedern bestätigt, die ihm besonders nahestehen.
Darüber hinaus liegen noch Dinge in unsichtbarer Vergangenheit.
Vom ungeliebten Kind einer Zweigfamilie, zum freiwilligen Eintritt in das Haupthaus für die Entwicklung von Esper-Fähigkeiten, bewegte sich der junge Mann nach und nach auf etwas zu, das er als wunderschönen „Abgrund“ bezeichnete. Schon früh erkannte er das Gewicht des Lebens: leicht wie eine Feder. Etwas, das er mit einem „Wort“ wegblasen konnte. Lange Zeit sprach er überhaupt nicht mehr, vielleicht als Buße, vielleicht aus Angst. Wie ein einsames Blatt getragen vom Wind, konnte nur eine besondere Person ihm Ruhe schenken … und dort war er geborgen.
Ist das Wort Fluch oder Segen? Er kann Leben mit Leichtigkeit auslöschen, doch beschützen kann er nichts. Ihm bleibt nichts als der Weg voran.
Vom Sommer zum Winter, vom Frühling zum Herbst, in dem die Blätter in gelbem Glanz herabfallen, so sehr sie sich auch dagegen wehren.
Unter den fünf Farben steht Weiß für den Herbst und gehört zur Erde. „Baicang“ bedeutet „Herbst“.
Erbe des Zweigs der Familie
Nebenlinienfamilien waren nicht besonders beliebt.
Von Kindheit an lernte Baicang, gehorsam den Kopf zu neigen und im richtigen Moment Schwäche zu zeigen. Aber war das wirklich genug? Er wollte sich nicht mehr beugen, wollte nicht mehr von den Kindern der Hauptfamilie verspottet werden. Unter dieser tödlichen Stille konnte er die Klagen und die Sehnsucht seiner Verwandten nach Macht hören. Seine Mutter war krank, und wenn ihre Gelenke schmerzten, runzelte sie die Stirn und ertrug es still. Das Einzige, was er tun konnte, war, seine schwache Esper-Fähigkeit einzusetzen, um die oberste Hautschicht um ihre Gelenke herum weicher und wärmer zu machen.
„Wenn ich nur stärker werden könnte. Dann könnte ich alle beschützen.“
Nachdem er den einzigen Weg kennengelernt hatte, stärker zu werden, fasste der kleine Junge einen Entschluss, packte schnell seine Sachen und zog ins Haupthaus.
Flüche und Gebete
Das Leben verblasst so leicht unter seinen Worten, wie ein Traum. Ist er auch ein Gefangener in diesem Traum? Blindlings klammerte er sich an das Ideal der Stärke und war gezwungen, dieses qualvolle Verhalten zu wiederholen. Er konnte sein eigenes Gesicht in ihren Pupillen sehen … Warum hatte dieser junge Mann so einen traurigen, verwirrten Ausdruck im Gesicht?
Lange Zeit danach hörte er ganz auf zu sprechen. Worte waren Flüche, da war er sich sicher.
Erst als er seinen Lehrer traf, erkannte er, dass Worte auch ohne Asper-Fähigkeiten Macht hatten. Manchmal konnte ein einziger kurzer Satz die lebenslangen Dämonen und Probleme eines Menschen entwirren.
„Wohin führt der Abgrund? Das weißt du nur, wenn du hineinspringst.“
Also legte er seine Angst ab und sprang in den Abgrund zwischen Flüchen und Gebeten.
Wiedergeburt
Wie ein Neugeborenes konnte er zunächst nur wenige Worte sagen, dann Sätze.
Als wäre es das genaue Gegenteil seines jahrelangen Schweigens, weinte, lachte und schrie er. Er genoss es, die Vibrationen in seiner Kehle so intensiv wie möglich zu spüren.
Er würde sich mit Klängen selbst formen. Worte waren seine anhaftenden Flüche, Segnungen und Kräfte sowie das Schicksal, das er zu tragen hatte.
Als er endlich wieder die Beherrschung der Worte erlangte, gelang ihm eine echte Wiedergeburt.
An dieses Mondlicht
Der Nachmittagstee des Büros ist insgesamt ziemlich gut, aber die neuen Reisknödel könnten etwas verbessert werden. Er kann jetzt richtig sprechen, vielleicht redet er sogar zu viel. Nachdem er darüber nachgedacht hat, gibt er seinem Lehrer die Schuld dafür. Die Dinge mit den anderen Teammitgliedern scheinen in letzter Zeit anders zu sein, manchmal hat er das Gefühl, dass er tatsächlich verstanden wird. Er hat diesen Jägerpartner schon eine Weile nicht mehr gesehen und fragt sich, wie es ihm geht. Was diesen Ring angeht, wusste er immer, dass es nur eine psychologische Suggestion war …
Aber am Ende konnte er überhaupt nichts sagen, genau wie bei ihrer ersten Begegnung.
Vor dem Grab hob das „stumme Kind” sanft das Getränk in seiner Hand.
Bei diesem Mondlicht, Lehrer.
Zielgerade
Manchmal glaubt er fast, dass er das gleiche Leben wie jeder normale Büroangestellte führt.
Aber die Albträume wecken ihn immer nachts auf.
Wird er das Ende erreichen, das er sich für sich selbst vorstellt?
Bis alles aufgedeckt ist, bis sich die Tragödie nicht mehr wiederholt, bis alle Fehler gesühnt sind … Wenn er nur keine Reue hätte …